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Rechtsstand: 
8. September 2010 
(Dr. Wolf) 

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Ich habe das Praxishandbuch Personal privat abonniert, meinem Chef habe ich davon gar nichts mitgeteilt. Er ist daher oft erstaunt über mein umfassendes Wissen.

Susanne A., Eschwege

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Arbeitszeugnisse 2010:
Müssen Sie einem schlechten Mitarbeiter wirklich ein gutes Zeugnis schreiben?

Liebe Leserin,
lieber Leser,

Arbeitszeugnisse sind immer eine heikle Angelegenheit.

Einerseits sollen sie der Wahrheit entsprechen. Andererseits dürfen sie den Mitarbeiter in seinem beruflichen Fortkommen nicht unangemessen behindern.

Was die Rechtsprechung Ihnen hier an Wohlwollen abverlangt, geht weit – so weit, dass die Wahrheit oft kaum noch erkennbar ist.

Viele Arbeitgeber schreiben deshalb nur noch gute Zeugnisse. So vermeiden sie zumindest unproduktive Rechtsstreitigkeiten.

Eine wirklich gute Lösung sind solche geschönten Zeugnisse aber nicht.

Denn wer Zeugnisse schreibt, muss auch Zeugnisse lesen und ist damit auf brauchbare Informationen angewiesen.

Das Praxishandbuch Personal zeigt Ihnen:
  • wie Sie Arbeitszeugnisse wahrheitsgemäß und trotzdem rechtssicher formulieren, woran Sie zu gute Zeugnisse erkennen,
  • wie Sie die Warnhinweise in ehrlich gemeinten Zeugnissen richtig interpretieren,
  • was Sie nicht ins Zeugnis schreiben dürfen,
  • welche Formalien Sie beachten müssen, um unnötige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden
  • sowie zahlreiche Musterformulierungen für alle Aspekte der Leistungs- und Verhaltens-Beurteilung.

Wahr oder wohlwollend?
Die Tücken der Zeugnisformulierung

Es ist praktisch ausgeschlossen, in einem Zeugnis einfach das zu sagen, was Sie von einem Mitarbeiter halten.

Denn das Zeugnis muss nicht nur wahr, sondern auch wohlwollend sein. Es darf den Mitarbeiter in seinem beruflichen Fortkommen nicht unnötig behindern.

Die Rechtsprechung verlangt oft einen regelrechten Spagat von Ihnen, um die Wahrheit wohlwollend hinzubiegen.

Das führt einerseits dazu, dass viele Arbeitgeber durchweg positive Zeugnisse ausstellen, um Auseinandersetzungen mit dem Mitarbeiter zu vermeiden.

Andererseits wird wirklich positiv Gemeintes mit Hilfe gesteigerter Superlative so formuliert, dass es im normalen Sprachgebrauch übertrieben wirken würde.

Negatives hingegen wird nicht offen ausgesprochen, sondern angedeutet.